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Brigid Kosgei läuft schnellsten Halbmarathon aller Zeiten, Mo Farah setzt Siegserie fort

Brigid Kosgei hat den Great North Run in der schnellsten je gelaufenen Halbmarathonzeit gewonnen: Die Kenianerin erreichte bei dem Rennen über 21,0975 km, das in Nordostengland von Newcastle nach South Shields führt, das Ziel nach 64:28 Minuten. Als Weltrekord kann die Zeit der 25-jährigen Brigid Kosgei jedoch nicht anerkannt werden, da die Strecke des Great North Runs die entsprechenden Bedingungen nicht erfüllt. Es handelt sich um einen Punkt-zu-Punkt-Kurs, der leicht abfällt. Den Weltrekord hält die Kenianerin Joyciline Jepkosgei mit 64:51. Mit deutlichem Abstand belegten die kenianischen Geschwister Magdalyne Masai (67:36) und Linet Masai (67:44) die Ränge zwei und drei. Als Vierte folgte Mary Keitany (Kenia) mit 67:58.

Brigid Kosgei lief beim Great North Run die schnellste Zeit aller Zeiten im Halbmarathon. Foto: www.photorun.net

Zum sechsten Mal in Folge gewann Mo Farah den Great North Run. Der britische 5.000- und 10.000-m-Olympiasieger stellte mit einer Weltklassezeit von 59:07 Minuten eine persönliche Bestzeit auf und lief die schnellste Zeit eines Europäers überhaupt. Aber auch Mo Farahs Zeit kann nicht als Europarekord anerkannt werden. Diese Bestmarke hält der Schweizer Julien Wanders mit 59:13. Zweiter war an der Nordseeküste in South Shields der Äthiopier Tamirat Tola, der nach 59:13 im Ziel war. Rang drei belegte der aus Äthiopien stammende Holländer Abdi Nageeye in 59:55.

Beim größten Halbmarathonrennen der Welt gingen in Newcastle bei sehr guten Wetterbedingungen 42.882 Läufer an den Start. Rund 57.000 Athleten hatten sich nach Angaben des Veranstalters für das Traditionsrennen angemeldet.

Dem Tempo von Brigid Kosgei war keine ihrer Konkurrentinnen gewachsen. Die frühere Halbmarathon-Weltrekordlerin Mary Keitany, die das Rennen bereits dreimal gewonnen hat und den bisherigen Streckenrekord von 65:39 Minuten hielt, war knapp zwei Monate vor ihrem Start beim New York-Marathon nicht in Bestform, so dass das erwartete Duell mit ihrer Landsfrau nicht stattfand. An der 10-km-Marke war Brigid Kosgei mit einer Zwischenzeit von 30:53 Minuten bereits alleine an der Spitze. In der Folge vergrößerte sie ihren Vorsprung noch, während Mary Keitany am Ende gut einen Kilometer Rückstand hatte auf die Siegerin. Als Fünfte stellte die Britin Charlotte Purdue, die Ende des Monats beim WM-Marathon in Doha starten wird, eine persönliche Bestzeit von 68:10 Minuten auf.

„Eine derartig schnelle Zeit hatte ich nicht erwartet. Ich bin einfach so schnell ich konnte gelaufen“, sagte Brigid Kosgei. Die Siegerin des London-Marathons, die sich dort im April auf 2:18:20 Stunden verbessert hatte, will in gut einem Monat beim Chicago-Marathon als Titelverteidigerin antreten. „Wenn alles gut läuft bis dahin, hoffe ich auf eine starke Leistung in Chicago.“

Zwischen Mo Farah und Tamirat Tola, dem Marathon-WM-Zweiten 2017 aus Äthiopien, entwickelte sich ein abwechslungsreiches Duell. In dem sehr schnellen Rennen konnte Tola zweimal einen kleinen Vorsprung von bis zu 15 Metern auf Mo Farah herauslaufen, doch am Ende war der Brite bei seinem „Heimrennen“ nicht zu schlagen. „Es war härter als es aussah, denn ich musste aufpassen, dass die Lücke zu Tamirat Tola nicht zu groß wurde“, sagte Mo Farah, der gut zwei Kilometer vor dem Ziel den Äthiopier hinter sich lassen konnte. Mit 59:07 Minuten verbesserte er seine vor vier Jahren beim Great North Run aufgestellte Bestzeit um 15 Sekunden. Den Streckenrekord verpasste er nur um elf Sekunden.

Tamirat Tola lief als Zweiter mit 59:13 ebenfalls eine hochklassige Zeit und persönliche Bestzeit. Hinter dem drittplatzierten Holländer Abdi Nageeye (59:55) wurde Callum Hawkins (Großbritannien) Vierter in 60:39.

Das war ein guter Test im Hinblick auf den Chicago-Marathon“, sagte Mo Farah, der dort ebenfalls als Titelverteidiger an den Start gehen wird. „Ich habe immer noch einiges zu lernen im Marathon. Bei Olympia in Tokio möchte ich im nächsten Jahr vorne dabei sein.“

Text: race-news-service.com