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WM-Aktuell: Äthiopischer Doppelsieg beim Marathon, Callum Hawkins erneut Vierter

Lelisa Desisa ist der neue Weltmeister im Marathonlauf. Der Äthiopier gewann bei den globalen Leichtathletik-Titelkämpfen in Doha das Nachtrennen über 42,195 km in 2:10:40 Stunden knapp vor seinem Landsmann Mosinet Geremew, der nach 2:10:44 im Ziel war. Die Bronzemedaille sicherte sich der Kenianer Amos Kipruto in 2:10:51. Zum zweiten Mal in Folge lief der Brite Callum Hawkins auf den undankbaren vierten Platz. Mit 2:10:57 Stunden fehlten ihm nur einige Sekunden zu einer Medaille. Deutsche Läufer waren bei dem Hitzerennen, das bei Temperaturen um 30 Grad Celsius herum stattfand, nicht am Start.

Lelisa Desisa gewinnt den WM-Marathon in Doha. Foto: Getty Images for IAAF

Nach einem erwartungsgemäß verhaltenen Start der Favoriten, hatte sich an der Halbmarathonmarke eine sechsköpfige Spitzengruppe formiert. Neben den späteren Medaillengewinnern Lelisa Desisa, Mosinet Geremew und Amos Kipruto liefen auch der mehrmalige Halbmarathon-Weltmeister Zersenay Tadese (Eritrea), der Titelverteidiger Geoffrey Kirui (Kenia) und der Südafrikaner Stephen Mokoka. Diese Gruppe blieb relativ lange zusammen. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel fiel dann zunächst der Weltmeister von London 2017, Geoffrey Kirui, zurück. Er belegte am Ende Rang 14. Als nächster konnte Zersenay Tadese nicht mehr Schritt halten.

Vier Läufer schienen auf den letzten fünf Kilometern um drei Medaillen zu kämpfen. Doch ein Fünfter kam völlig überraschend immer näher: Der Schotte Callum Hawkins zeigte einmal mehr eine Top-Leistung in einem Meisterschaftsrennen. Vor zwei Jahren hatte er bereits einen außerordentlichen vierten Platz bei den Weltmeisterschaften in London belegt. 2018 lag er beim Commonwealth Games-Marathon an der australischen Gold Coast lange Zeit in Führung und sah wie der sichere Sieger aus. Doch in extremer Hitze kollabierte der Schotte und musste aufgeben.

Dieses Mal kam Hawkins von hinten und lief ganz nach vorne. Auf Platz 14 hatte er die Halbmarathon-Marke passiert, bereits Siebenter war er nach 35 km. Kurz vor Kilometer 40 erreichte der 27-Jährige die Führungsgruppe und setzte sich sogar an die Spitze. Doch die große Sensation blieb aus. Zwar fiel Stephen Mokoka zurück, aber die anderen drei Ostafrikaner hatten noch Reserven. Rund einen Kilometer vor dem Ziel zogen sie das Tempo an, und der Traum von einer Medaille war für Callum Hawkins geplatzt. „Ich fühle mich erschlagen“, sagte der Schotte, nachdem er zum zweiten Mal eine WM-Medaille knapp verpasst hatte. „Vielleicht habe ich im Mittelteil des Rennens zu viel Kraft gelassen, aber mehr war nicht drin.“

Im Kampf um den WM-Titel gab es auf den letzten paar hundert Metern einen Zweikampf zwischen Desisa und Geremew. Der wesentlich erfahrenere Marathonläufer Lelisa Desisa hatte im Spurt das etwas bessere Stehvermögen. „Es war heiß, aber ich war perfekt vorbereitet“, sagte Lelisa Desisa, der 2013 in Moskau bereits die WM-Silbermedaille im Marathon gewonnen hatte. Der 29-Jährige hat auch schon bei den Rennen in Dubai, Boston und New York triumphiert. Erstmals seit 2001 kommt ein Marathon-Weltmeister damit wieder aus Äthiopien: Damals hatte im kanadischen Edmonton Gezahegne Abera gewonnen.

Ergebnisse:

1. Lelisa Desisa                      ETH     2:10:40

2. Mosinet Geremew             ETH     2:10:44

3. Amos Kipruto                     KEN    2:10:51

4. Callum Hawkins                 GBR    2:10:57

5. Stephen Mokoka               RSA     2:11:09

6. Zersenay Tadese               ERI      2:11:29

7. El Hassan El Abbassi         BRN    2:11:44

8. Hamza Sahli                       MAR    2:11:49

9. Tadesse Abraham              SUI      2:11:58

10. Daniel Mateo                    ESP     2:12:15

Text: race-news-service.com