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Doping-Sperre von Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong verdoppelt

Die vierjährige Doping-Sperre der Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong wurde vom Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) auf acht Jahre verdoppelt. Die Kenianerin war im Februar 2017, rund ein halbes Jahr nach ihrem Sieg bei den Spielen in Rio, auf das Blutdopingmittel EPO positiv getestet worden. Die IAAF-Kommission für Integrität sieht es als erwiesen an, dass Jemima Sumgong mit einer Falschaussage und einem gefälschten Dokument versucht hatte, sich aus der Affäre zu ziehen. Die 34-jährige Läuferin ist nun bis April 2025 gesperrt, was aufgrund ihres Alters einem Karriereende gleich kommt.

Die Karriere der Olympiasiegerin Jemima Sumgong ist nach der Verlängerung ihrer Dopingsperre sicherlich beendet. Foto: www.photorun.net

Jemima Sumgong, die 2016 auch den London-Marathon gewonnen hatte, soll nach Informationen des britischen Internet-Portals „Inside the Games“ erklärt haben, dass eine Behandlung in einem  Krankenhaus in Nairobi aufgrund einer Eileiter-Schwangerschaft die positive Probe ausgelöst habe. Gegenüber der neuen kenianischen Anti-Doping-Agentur (ADAK) erklärte ein Arzt des Krankenhauses, dass die Läuferin zu der betreffenden Zeit nicht in dem Krankenhaus behandelt worden sei, die eingereichten Dokumente nicht authentisch seien und eine EPO-Injektion keine Standard-Behandlung dieses Krankenhauses in derartigen Fällen sei.

Jemima Sumgong gehört zu einer Reihe von Weltklasse-Marathonläuferinnen, die in den letzten Jahren des Dopings überführt wurden. Für Aufsehen hatte zuvor der Fall der Russin Liliya Shobukhova gesorgt, die unter anderem die Marathonrennen in London und Chicago gewonnen hatte. Sie wurde ab 2013 für drei Jahre gesperrt. 2014 wurde Rita Jeptoo, die die Rennen in Boston und Chicago gewonnen hatte, positiv getestet. Die Kenianerin wurde für vier Jahre gesperrt. Vor kurzem erhielt mit Lucy Kabuu Wangui eine weitere kenianische Top-Marathonläuferin eine Zwei-Jahres-Sperre.

Angesprochen auf die Situation im Anti-Doping-Kampf erklärte die britische Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe am Freitagabend in Dubai, wo sie als Kommentatorin des Marathons arbeitete: „Das Anti-Doping-Testsystem hat sich verbessert, aber es gibt immer noch einiges zu tun. Wir brauchen für den Anti-Doping-Kampf noch mehr finanzielle Mittel.“ Die 45-Jährige, die unter anderem Mitglied der IAAF-Athleten-Kommission ist und sich schon in ihrer früheren Karriere stark im Anti-Doping-Kampf engagierte, fügte hinzu: „Es ist heutzutage sicherlich schwerer für einen Athleten, zu dopen.“

Text: race-news-service.com