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Amanal Petros und Anja Scherl peilen Olympia-Norm an, stark besetzte Marathonrennen in Valencia und Fukuoka

In Valencia und Fukuoka werden am Sonntag zwei Marathonrennen gestartet, die jeweils vom internationalen Leichtathletik-Verband „World Athletics“ als „Gold Label Road Race“ geführt werden und damit der zurzeit höchsten Kategorie angehören. Entsprechend hochkarätig sind diese beiden Läufe über die 42,195 km besetzt. In Valencia führen die Weltklasseläufer Getaneh Molla (Äthiopien) und Vivian Cheruiyot (Kenia) mit Bestzeiten von 2:03:34 beziehungsweise 2:18:31 Stunden die Elitefelder an. Währenddessen will ein deutscher Topläufer die schnelle Strecke in Spanien nutzen, um möglichst die internationale Olympia-Norm von 2:11:30 zu erreichen: Amanal Petros hofft, gleich bei seinem Marathon-Debüt als erster deutscher Mann die Richtzeit zu unterbieten. Eine Garantie auf einen olympischen Startplatz bei den Spielen in Tokio im Sommer 2020 besteht allerdings auch dann aufgrund des reduzierten Starterfeldes und der undurchsichtigen Qualifikations-Regularien nicht.

Getaneh Molla, hier bei seinem Sieg in Dubai im Januar, ist in Valencia der schnellste Läufer auf der Startliste. Foto: Standard Chartered Dubai Marathon

Der 24-jährige Amanal Petrol, der für den TV Wattenscheid startet und zur Trainingsgruppe von Hendrik Pfeiffer und Tom Gröschel gehört, war in diesem Frühjahr erstmals über die Halbmarathondistanz gestartet und hat sich über diese Strecke dann bei seinem zweiten Rennen in Berlin auf 62:32 Minuten gesteigert. Auch über die 10.000-m-Strecke erreichte Amanal Petros in diesem Jahr mit 27:52,25 Minuten eine Bestzeit. Diese Leistungen deuten darauf hin, dass er in den Bereich der Marathon-Olympianorm laufen könnte. Sollte ihm dies allerdings gleich beim Debüt über die klassische Distanz gelingen, wäre dies eine famose Leistung.

„Ich werde mich an die Pacemaker hängen, die 3:07 Minuten pro Kilometer laufen. Das ist exakt der Kilometerschnitt, den man für die Olympia-Norm laufen muss. Ich werde versuchen, dieser Gruppe so lange wie möglich zu folgen“, sagte Amanal Petros in einem Interview, das von seinem Sponsor „Burg-Wächter“ geführt wurde. „Wenn ich die Tokio-Norm schaffe, wäre ich natürlich superglücklich. Die Zeit ist aber kein Muss. Wenn ich unter 2:14 Stunden und ohne größere Probleme ins Ziel komme, werde ich mich auch freuen.“ In der Tat wäre ein Debüt von Amanal Petros mit einer Zeit von unter 2:14 ein Erfolg. Und im Frühjahr 2020 hätte er ohnehin noch eine zweite Olympia-Qualifikationschance im Marathon.

Während es für eine Reihe von Athleten am Sonntag in Valencia um das Erreichen der Olympia-Norm geht, sind drei äthiopische Topläufer die Favoriten. Für sie geht es um ganz andere Zeit-Dimensionen. Mit Getaneh Molla startet der Sieger des Dubai-Marathons. Er gewann dieses Rennen im Januar mit einem Streckenrekord von 2:03:34 Stunden. Auch der zweitplatzierte des Dubai-Marathons startet in Valencia: Herpasa Negasa war im Januar lediglich sechs Sekunden hinter Molla im Ziel und steigerte sich damit auf 2:03:40. Mit Leul Gebrselassie ist ein weiterer sehr starker Äthiopier im Rennen, der zugleich der Titelverteidiger ist. Er gewann das Rennen in Valencia 2018 mit der Streckenrekordzeit von 2:04:31. Seine Bestzeit steht bei 2:04:02.

Nachdem sie verletzungsbedingt auf den Start beim Berlin-Marathon verzichten musste, läuft Vivian Cheruiyot nun am Sonntag in Valencia. Die Kenianerin hatte 2018 den London-Marathon gewonnen und sich dabei auf 2:18:31 Stunden verbessert. Die 5.000-m-Olympiasiegerin von Rio 2016 trifft unter anderen auf die Äthiopierinnen Roza Dereje (Bestzeit: 2:19:17), Birhanu Dibaba (2:19:51) und Zeinaber Yimer, die ihr Debüt laufen wird. Yimer hat eine hochklassige Halbmarathon-Bestzeit von 65:46. Kurzfristig auf den Start in Valencia verzichtet hat Anja Scherl. Die Läuferin der LG Telis Finanz Regensburg fällt verletzt aus. Im April war sie gleich zweimal Marathon gelaufen - zunächst auf Platz acht in Hannover in 2:32:31, dann folgte ein Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf mit 2:32:55. Die Olympia-Norm haben bisher zwei deutsche Läuferinnen unterboten: Melat Kejeta und Katharina Steinruck.

Europameister Koen Naert läuft in Fukuoka

Nicht ganz so spektakulär, aber ebenfalls hochklassig besetzt ist der Fukuoka-Marathon. Dieser Männer-Elite-Marathon in Japan findet bereits zum 73. Mal statt. Der Läufer mit der schnellsten persönlichen Bestzeit kommt in diesem Jahr aus Marokko: El Mahjoub Dazza erreichte bisher 2:05:26 Stunden. Zu den Favoriten zählt auch der Äthiopier Tsedat Ayana, der mit einem persönlichen Rekord von 2:06:36 ins Rennen geht. Gespannt sein darf man, wie sich der Marathon-Europameister in Fukuoka schlägt: Der Belgier Koen Naert hatte in Berlin 2018 überraschend diesen Titel gewonnen und sich dann im April 2019 in Rotterdam auf 2:07:39 verbessert. Er wird sich auch mit einigen japanischen Topläufern auseinandersetzen müssen. Der schnellste Japaner auf der Startliste ist Taku Fujimoto, der eine Bestzeit von 2:07:57 aufweist.

Text: race-news-service.com