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Barcelona-Halbmarathon wie eine „Deutsche Meisterschaft“, Arne Gabius läuft in Verona

Der bezogen auf die deutschen Eliteläufer voraussichtlich bestbesetzte City-Halbmarathonlauf des Jahres findet am Sonntag in Barcelona statt: Rund ein Dutzend deutsche Topläufer sowie eine Reihe von Athleten aus der zweiten Reihe gehen bei dem Rennen an Start. Der Barcelona-Halbmarathon wirkt dadurch wie eine verkappte Deutsche Meisterschaft. Während die Favoriten aus Afrika kommen, führen Alina Reh und Amanal Petros die große Gruppe der deutschen Läufer an. Ebenfalls am Sonntag läuft auch Arne Gabius einen internationalen Halbmarathon: Er startet in Verona.

Alina Reh wird erstmals seit ihrem missglückten 10.000-m-Rennen bei der WM in Doha - dort lag sie zeitweilig in Führung, kam aber nicht ins Ziel - wieder international an den Start gehen. Foto: www.photorun.net

Auf der schnellen Strecke in Barcelona sind bei den Frauen zwei Äthiopierinnen favorisiert: Zeineba Yimer, die mit einer hochkarätigen Bestzeit von 65:46 Minuten ins Rennen geht, und  Roza Dereje. Sie ist mit einem persönlichen Rekord von 66:01 nur wenig langsamer. Hinter der Kenianerin Dorcas Kimeli (67:44) ist Alina Reh (SSV Ulm) mit 69:31 die viertschnellste Läuferin auf der Startliste. Diese Zeit erreichte sie im Herbst 2018 in Köln. Seitdem ist Alina Reh nicht mehr über die Halbmarathondistanz gelaufen. Für die 22-Jährige ist es in Barcelona das erste Rennen im Olympia-Jahr und der erste internationale Start seit dem WM-Aus über 10.000 m im vergangenen September. Inzwischen hat sie mit Bundestrainer André Höhne auch einen neuen Coach, der ursprünglich jedoch nicht aus dem Lauf- sondern aus dem Geher-Bereich kommt.

Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) hatte sich vor einem Jahr in Barcelona deutlich verbessert. Damals lief sie 72:17 und wurde Achte. Diese Zeit verbesserte sie dann als Deutsche Meisterin in Freiburg noch auf 71:56. Ein Test im Hinblick auf einen Frühjahrs-Marathon ist der Barcelona-Halbmarathon für vier weitere deutsche Läuferinnen: Laura Hottenrott (TV Wattenscheid/73:15), Debora Schöneborn (LG Nord Berlin/73:00), Rabea Schöneborn (LG Nord Berlin/74:15) und Thea Heim (LG Telis Finanz Regensburg/73:57).

Ein Läufer aus Eritrea geht bei den Männern mit der schnellsten Bestzeit ins Rennen: Abrar Osman erreichte bisher 59:47 Minuten. Er muss sich voraussichtlich mit drei Kenianern auseinandersetzen: Victor Chumo (60:03), Moses Koech (60:11) und Victor Kiplangat (60:16).

Amanal Petros (TV Wattenscheid) könnte am Sonntag in Barcelona seine Marathon-Olympia-Nominierung unter Dach und Fach bringen. Nachdem er im vergangenen Dezember mit 2:10:29 Stunden in Valencia sensationell die internationale Norm um 61 Sekunden unterboten hat, benötigt er bis Ende Mai nur noch einen Leistungsnachweis. Über die Halbmarathon-Distanz reicht dabei eine Zeit von 65:00 Minuten aus. Seine Bestzeit steht bei 62:32.

Während Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg/63:14) seine Form im Hinblick auf den Hamburg-Marathon im April testet, starten in Barcelona auch Jens Nerkamp (Laufteam Kassel/64:06), Moritz Beinlich (LG Telis Finanz Regensburg/64:25), Tobias Blum (LC Rehlingen/64:38) und Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel/64:44). Nach langer Verletzungspause meldet sich in Spanien zudem der Deutsche Marathon-Meister Tom Gröschel (TC Fiko Rostock/64:52) zurück.

Im Blick haben die deutschen Starter in Barcelona auch die Normen für den Halbmarathon bei den Europameisterschaften, die Ende August in Paris stattfinden. Hier stehen die Zeitvorgaben bei 64:00 (Männer) beziehungsweise 74:00 Minuten (Frauen). Da in Paris auch ein Team in einer Europacup-Wertung starten kann, sind zudem auch die B-Normen von 65:30 beziehungsweise 75:30 Minuten interessant.

Ins Wettkampfjahr 2020 startet am Sonntag auch der deutsche Marathon-Rekordler Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal/2:08:33). Der 38-Jährige, der zuletzt ein Trainingslager in Kenia absolviert hat, wird den Verona-Halbmarathon laufen. Dort geht der Norweger Sondre Moen als Favorit ins Rennen. Arne Gabius hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 62:09, die er gleich bei seinem Debüt in New York 2014 aufstellte.

Text: race-news-service.com