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Hochklassige Silvester-Eliteläufe in Bozen und Madrid, Spektakel in Sao Paulo verschoben

Zwei hochklassige Silvesterrennen, die in Bozen und Madrid als reine Eliteläufe ohne Zuschauer stattfinden - das ist der traurige Rest einer Vielzahl von hochkarätigen Läufen, die normalerweise  am letzten Tag des Jahres gestartet werden. Die Corona-Pandemie hat auch die Silvesterläufe weitestgehend ausgeschaltet. Immerhin gibt es mit den Veranstaltern in Südtirol und in der spanischen Hauptstadt Organisatoren, die trotz aller Widrigkeiten Rennen auf die Beine stellen.

Bereits dreimal gewann Muktar Edris den Bozener Silvesterlauf. Auch am Donnerstag gehört er zu den Favoriten. Foto: Mosna / Boclassic

Abgesagt wurde zuletzt auch der Klassiker unter den Silvesterläufen: Die 96. Auflage des Rennens in Sao Paulo findet nicht statt. Die Veranstalter wollen diesen Lauf über 15 km nun am 11. Juli 2021 nachholen.

40.000 Läufer hätten normalerweise am Donnerstagabend in Madrid an den Start gehen können. Nunmehr sind es immerhin noch 500, die auf einer abgesperrten, 2,5 km langen Parkrunde über 10 km laufen können. Gestartet wird dabei zeitlich versetzt, wobei nicht mehr als sechs Läufer zugleich loslaufen. Der Star des Rennens in Madrid ist Ruth Chepngetich. Die kenianische Marathon-Weltmeisterin, die vor einem Jahr dort Platz zwei belegt hatte, trifft unter anderen auf Yalemzerf Yehualaw. Die Äthiopierin bewies zuletzt sehr starke Form: Die Halbmarathon-WM-Dritte gewann den Halbmarathon in Neu-Delhi mit 64:46 Minuten und verpasste dabei den Weltrekord um lediglich 15 Sekunden.

Im Rennen der Männer trifft der aus Kenia stammende US-Amerikaner Paul Chelimo, der 5.000-m-Olympiazweite von 2016, auf Daniel Ebenyo. Der Kenianer ist dabei als Favorit anzusehen, nachdem er zuletzt im September bei einem Eliterennen in Berlin über 10 km mit 27:18 Minuten gewann. Damit steht er in der Jahresweltbestenliste über diese Distanz auf Rang vier.

Nicht in der beschaulichen Altstadt sondern im Bozener Verkehrssicherheitszentrum „Safety Park“ wird am Silvestertag gelaufen. Nicht nur die Strecke ist eine ganz andere sondern auch die Distanzen wurden in diesem Jahr erstmals getauscht: So werden die Männer über 5 km laufen und die Frauen absolvieren die doppelte Distanz. Dies hängt mit zwei Rekordversuchen zusammen, die, so hoffen die Organisatoren, die Veranstaltung krönen sollen.

Im 5-km-Rennen kommen die Favoriten aus Äthiopien: Muktar Edris ist der amtierende 5.000-m-Weltmeister. Er hat den „Boclassic“ über 10 km bereits dreimal gewonnen (2014, 2016 und 2017). Seine Landsleute Telahun Haile Bekele und Tadese Worku dürften seine schärfsten Konkurrenten sein. Dahinter geht es für Yemaneberhan Crippa am Silvestertag um den Europarekord. Der Italiener, der in diesem Jahr bereits nationale Rekorde über 3.000 und 5.000 m aufstellte, will die Bestzeit von Jimmy Gressier unterbieten. Der Franzose lief im Februar in Monaco 13:18 Minuten.

Bei den Frauen ist beim „Boclassic“ der Weltrekord über 10 km in reinen Frauenrennen (also auch ohne männliche Tempomacher) das Ziel. Seit einiger Zeit listet der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics in den Straßenläufen bei den Frauen zwei Weltrekorde: Zeiten aus gemischten Rennen und solche ohne männliche Begleitung. Die Bestzeit für reine Frauenrennen steht bei 30:29 Minuten.

Das Elitefeld wird angeführt von der Bozener Titelverteidigerin Margaret Kipkemboi, die über die 5.000-m-Strecke auch Vize-Weltmeisterin ist. Vor einem Jahr gewann die Kenianerin das 5-km-Rennen in 15:30 Minuten und stellte damit den Streckenrekord ein. Mit ihrer Landsfrau Janet Kisa ist eine weitere Läuferin im Feld, die den „Boclassic“ über 5 km bereits gewonnen hat. Die Kenianerin siegte 2014. Den 10-km-Weltrekord zu brechen, ist das Ziel von Norah Jeruto. Die Kenianerin ist eigentlich eine Weltklasse-Hindernisläuferin. Doch sie erreichte über 10 km in einem gemischten Rennen mit Männern im Januar in Valencia bereits eine Weltklassezeit von 29:51 Minuten.

Text: race-news-service.com