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Die Situation der großen Straßenrennen mit Blick Richtung Herbst (Teil 5) / Berlin plant Marathon mit bis zu 35.000 Läufern als Pilotprojekt

Der BWM Berlin-Marathon könnte am 26. September als Pilotprojekt mit bis zu 35.000 Läufern starten. Entsprechende Planungen in Kooperation mit dem Berliner Senat stellte Veranstalter SCC-Events am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin vor. Zu dem Pilotprojekt zählen zwei weitere Laufveranstaltungen, die vorher im Sommer geplant sind: Am 31. Juli soll auf dem Kurfürstendamm die Adidas Runners City Night über 10 km starten, und der Generali Berliner Halbmarathon ist für den 22. August geplant.

Als Pilotprojekt soll der BMW Berlin-Marathon am 26. September mit bis zu 35.000 Teilnehmern starten. Foto: SCC-Events / Petko Beier

In diesen Tagen werden in Deutschland immerhin die ersten kleineren, breitensportlichen Läufe seit Beginn der Coronavirus-Pandemie gestartet. Gestern fand in Salzkotten (Nordrhein-Westfalen) ein Rennen mit 700 Läufern statt, die auf mehrere Startwellen verteilt wurden. Am kommenden Wochenende sind Läufe mit einer ähnlichen Größenordnung in Neumünster (Schleswig Holstein) und in Drebber (Niedersachen), wo neben anderen Wettkämpfen auch ein Marathon auf dem Programm steht, vorgesehen.

Die jetzt angekündigten Rennen in Berlin haben natürlich eine andere Größenordnung. „Wir wollen diese Pilotprojekte starten und bereiten sie vor. Denn wir wollen eine schrittweise Öffnung der Normalität. Das aber muss man rechtzeitig testen. Wir müssen uns auf den Weg machen, um Zukunft möglich zu machen“, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel, der in der Stadt auch für Sport zuständig ist. Der Senator warnte aber auch: „Es gibt keine Sicherheit, dass der Berlin-Marathon stattfinden kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist da. Wenn die Inzidenzwerte weiter sinken, ist eine Zulassung des Pilotprojektes denkbar.“

Die vom Veranstalter vorgestellten Hygiene-Konzepte bewertete Andreas Geisel als „für die Läufer sehr sicher“. Wie der Geschäftsführer von SCC-Events, Jürgen Lock, erklärte, wird ein umfangreiches PCR-Testsystem eingerichtet für jene Läufer, die noch nicht vollständig gegen den Corona-Virus geimpft sind oder aufgrund einer überstandenen Erkrankung Antikörper haben. „Wir gehen dabei davon aus, dass bis Ende September mindestens 50 Prozent der Teilnehmer geimpft sind“, sagte Jürgen Lock, der auch aufgrund von möglicherweise weiterhin geltenden Reisebeschränkungen mit einer Teilnehmerzahl zwischen 30.000 und 35.000 für den Marathon plant. Das sind gut 10.000 weniger als zuletzt 2019. Für die anderen Veranstaltungen wurden keine Teilnehmerprognosen genannt. Bei dem 10-km-Lauf ist aber wohl mit einer vierstelligen Zahl zu rechnen, beim Halbmarathon sicherlich mit einer fünfstelligen.

Für Zuschauer soll es an einzelnen Punkten wie dem Ziel sichere Bereiche geben, die nicht frei zugänglich sein werden. Hier sind ähnliche Zugangsvoraussetzungen geplant wie für die Teilnehmer.

In Berlin, wo sich zurzeit nach Angaben von Innensenator Geisel maximal 500 Personen draußen bei einer Veranstaltung treffen können, gab es in den vergangenen Wochen bereits verschiedene Pilotprojekte mit Zuschauern im Spitzensport. Unter anderem beim Basketball mit Alba und im Volleyball habe dies, so Andreas Geisel, mit 1.500 Zuschauern funktioniert - bei einem Fußball-Bundesligaspiel mit Union dagegen nicht, da die Zuschauer sich dort nicht an die Vorgaben hielten. Für den Marathon müsse man bezüglich der Zuschauer „geschützte Bereiche errichten“, so der Senator, der aber auch sagte: „In einer 3,7-Millionen-Stadt kann man nicht ausschließen, dass irgendwo Zuschauer dabei sein.“ Der Senator scheint der Veranstaltung durchaus zugetan und erklärte: „Der Berlin-Marathon ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Die Stadt braucht solche Veranstaltungen … In schwierigen Zeiten muss man zueinander stehen und Perspektiven bieten.“

Der der Pressekonferenz online zugeschaltete Physiker und Aerosol-Wissenschaftler Dr. Gerhard Scheuch erklärte: „Wenn 1.500 Zuschauer zu Alba gehen können, verwundert es mich, dass nicht 5.000 Läufer draußen laufen können. Sich draußen zu bewegen, ist relativ ungefährlich. Wir registrieren da Ansteckungen von vielleicht 0,1 Prozent.“

Text: race-news-service.com