Zum Hauptinhalt springen

WM-Aktuell: Keine Final-Chancen für deutsche 800-m-Läuferinnen, Athleten verpassen WM-Start nach US-Visa-Problemen

Für die beiden deutschen 800-m-Läuferinnen Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) und Christina Hering (LG Stadtwerke München) war im Halbfinale der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) Endstation. Dies war jedoch nicht anders zu erwarten und für beide Athletinnen war das Erreichen des Halbfinales schon ein gewisser Erfolg. Majtie Kolberg lief in ihrem Halbfinalrennen auf Rang sechs in 2:01,36, und Christina Hering belegte in ihrem Rennen den achten und damit letzten Platz mit 2:01,57.

Kenias Weltklasseläuferin Sheila Chepkirui Kiprotich, die im April den Berliner Halbmarathon gewann, gehört zu den Athleten, die aufgrund von Visa-Problemen nicht bei der WM starten konnten. Foto: www.photorun.net

Souverän qualifizierten sich die US-Olympiasiegerin Athing Mu und die britische Olympia-Zweite Keely Hodgkinson für das Finale. Mu gewann ihr Halbfinalrennen in 1:58,12, die Britin siegte in ihrem Lauf mit 1:58,51.

Marathonläufer Chris Thompson: „So weit hätte es nie kommen dürfen“

Erhebliche Visa-Probleme haben den Start von einer Reihe von Athleten bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) verhindert. Wie verschiedene internationale Medien berichteten, hingen bis unmittelbar vor dem Start der Titelkämpfe etliche Athleten noch in der Luft. Hintergrund ist offenbar, dass für ein US-Visum inzwischen persönliche Termine bei der jeweiligen US-Botschaft nötig sind. Aufgrund von personellen Engpässen gibt es jedoch in vielen Ländern lange Wartezeiten.

Wie die Webseite „Inside the Games“ berichtete, hatten zwei chinesische Stabhochspringer über die US-Botschaft in Frankreich, wo sie sich bei ihrem Coach auf die WM vorbereiteten, versucht einen Termin für ihre Visa-Anträge zu bekommen. Sie erhielten daraufhin eine Einladung für den 9. November 2023. Während sich für die beiden Stabhochspringer das Problem über andere Kanäle lösen ließ, hatten andere weniger Glück.

Als am zweiten Tag der Titelkämpfe das Finale über 10.000 m gestartet wurde, fehlte eine kenianische Weltklasseläuferin: Sheila Chepkirui Kiprotich hatte nicht rechtzeitig ein Visum erhalten und musste auf den WM-Start verzichten. Im April hatte die WM-Siebente über 5.000 m von 2017 den Berliner Halbmarathon mit einem hochkarätigen Streckenrekord von 65:02 Minuten gewonnen. Danach qualifizierte sie sich für die WM über 10.000 m.

Tags darauf traf es unter anderen den britischen Marathonläufer Chris Thompson, der mangels eines Visums nicht in die USA reisen konnte und das Rennen aus der Heimat am Fernseher verfolgte. „Ich bin niedergeschlagen, denn der WM-Marathon sollte für mich der Höhepunkt des gesamten Jahres sein. Es hätte nie so weit kommen dürfen. Wenn ich das rechtzeitig vorher gewusst hätte, hätte ich vielleicht bei den Commonwealth Games oder den Europameisterschaften starten können. Aber jetzt ist es zu spät“, erklärte ein bitter enttäuschter Chris Thompson, der bei der EM 2010 im 10.000-m-Finale Silber gewonnen hatte.

Die 100- und 200-m-WM-Zweite von London 2017, Marie Josee Ta Lou (Elfenbeinküste), kam erst am Tag ihres Vorlaufes in Eugene an, Afrikas derzeit schnellster 100-m-Sprinter, Ferdinand Omanyala (Kenia), erreichte den WM-Ort ebenfalls erst Last Minute.

Unverständnis über diese Situation äußerte unter anderen der frühere US-Weltklassesprinter Michael Johnson: „Es war klar, dass es schwierig werden könnte, ein US-Visum zu erhalten. Wie konnte es passieren, dass der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics und auch das Organisationskomitee dieses Problem nicht rechtzeitig lösen konnten“, sagte der frühere 200- und 400-m-Olympiasieger.

Text: race-news-service.com