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EM-Vorschau (Teil 2): Die Bahn-Rennen der Männer

Am Montag beginnen die siebentägigen Leichtathletik-Europameisterschaften in München. 50 Jahre nach Olympia 1972 und 20 Jahre nach der EM 2002 sieht das Münchner Olympiastadion damit wieder eine hochkarätige internationale Leichtathletik-Meisterschaft. Hier lesen Sie in mehreren Teilen die Vorschauen auf die Lauf-Wettbewerbe, von den 800 Metern bis zum Marathon.

Nach 20 Jahren kehren die Leichtathletik-Europameisterschaften nach München zurück. Foto: European Championships

Jakob Ingebrigtsen, hier bei seinem 5.000-m-WM-Sieg im Juli in Eugene, startet bei der EM als Titelverteidiger über 1.500 und 5.000 m. Foto: Getty Images for World Athletics

800 m

Vorläufe: 18. August, 10.10 Uhr

Halbfinale: 19. August, 20.27 Uhr

Finale: 21. August, 19.40 Uhr

13 Läufer auf der finalen Meldeliste weisen Saisonbestzeiten von unter 1:45 Minuten auf. Einer davon, der Franzose Benjamin Robert, erreichte mit 1:43,75 eine Zeit unter 1:44. Nicht in dieser Gruppe ist ein Athlet, der derzeit in Topform ist und dessen Spezialdistanz eigentlich die 1.500 m sind: Der Brite Jake Wightman, der bei der WM in Eugene im Juli sensationell die Goldmedaille gewann, wird bei der EM die 800 m laufen. Er hat über diese Strecke eine persönliche Bestzeit von 1:44,18 und ist sicherlich zu den Favoriten zu zählen. Insgesamt ist beim Finale mit einem sehr offenen Rennen zu rechnen. Für die beiden deutschen Starter, Christoph Kessler und Marc Reuther, wird es darum gehen, das Halbfinale zu erreichen - mehr erscheint nicht möglich.

Deutsche Starter: Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe), Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) 

1.500 m

Vorläufe: 15. August, 20.15 Uhr

Finale: 18. August, 21.05 Uhr

Olympiasieger und Europameister Jakob Ingebrigtsen hatte sich bei der WM überraschend dem Briten Jake Wightman geschlagen geben müssen. Der Schotte startet jedoch in München nicht über diese Strecke sondern läuft die 800 m. Der wohl gefährlichste Gegner bei Jakob Ingebrigtsens doppelter Titelverteidigung ist damit nicht im Rennen. Der Norweger wird den spanischen WM-Vierten Mario Garcia im Auge haben, geht aber als großer Favorit ins Rennen. Mohamed Mohumed, der offenbar einen Doppelstart plant, sollte das Finale erreichen, sofern er sich nicht aufgrund des 5.000-m-Finales am Tag danach zurückhält. Für Christoph Kessler wird es schwierig, den Sprung in den Endlauf zu schaffen.

Deutsche Starter: Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund), Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe).

5.000 m

Finale: 16. August, 21.08 Uhr

Als frisch gekürter 5.000-m-Weltmeister ist Jakob Ingebrigtsen natürlich der große Favorit über 5.000 m in München. Der Norweger geht zudem als Titelverteidiger in das Rennen. Da es keine Vorläufe gibt und auch über 1.500 m keine Halbfinalrennen, hat Jakob Ingebrigtsen insgesamt maximal drei Läufe bei der EM, was sein zweifaches Gold-Ziel sicherlich etwas einfacher macht. Die Spanier Mohamed Katir und Adel Mechaal, der Brite Sam Atkin, der Belgier Isaac Kimeli und der Italiener Yemaneberhan Crippa könnten im Rennen sein um die Silber- und Bronzemedaillen. Vielleicht kann auch Mohamed Mohumed vorne mitlaufen, wenn er nach einem enttäuschenden WM-Start wieder an seine Bestform herankommen kann. In Eugene war er, offenbar von einer Erkältung geschwächt, nur Drittletzter seines Vorlaufes.

Deutsche Starter: Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund), Davor Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach), Sam Parsons (Eintracht Frankfurt) 

10.000 m

Finale: 21. August, 20.00 Uhr

Der Italiener Yemaneberhan Crippa ist mit einer Zeit von 27:16,18 Minuten der schnellste Läufer in diesem Jahr, der in München startet. Marc Scott (Großbritannien) ist mit 27:10,41 der Mann mit der schnellsten persönlichen Bestzeit auf der EM-Meldeliste, ist aber in dieser Saison noch kein Rennen über 10.000 m gelaufen. Der Belgier Isaac Kimeli und der Franzose Jimmy Gressier waren bei der WM im Juli mit den Plätzen zehn und elf die besten Europäer über die 25-Runden-Distanz.  Es sind wohl diese Athleten sowie vielleicht noch der Brite Sam Atkin, die die besten Aussichten im Kampf um die Medaillen haben. Aber Überraschungen sind bei einer EM über 10.000 m durchaus möglich. Es ist 16 Jahre her als Jan Fitschen (TV Wattenscheid) sensationell das EM-Gold über diese Distanz gewann. Derartiges ist von den deutschen Startern in diesem Finale nicht zu erwarten, aber Nils Voigt könnte für eine Überraschung gut sein.

Deutsche Starter: Nils Voigt (TV Wattenscheid 01), Filmon Abraham (LG Telis Finanz Regensburg), Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel)

3.000 m Hindernis

Vorläufe: 16. August, 11.40 Uhr

Finale: 19. August, 21.00 Uhr

Die Favoriten kommen in erster Linie aus Italien und Spanien: Zwei Italiener, Ahmed Abdelwahed und Osama Zoghlami, führen mit in dieser Saison gelaufenen persönlichen Bestzeiten von 8:10,29 beziehungsweise 8:11,00 die europäische Jahres-Bestenliste an. Drei Spanier liegen in einem starken Leistungsbereich, der sie zu Medaillenkandidaten macht: Daniel Arce (8:14,31), der als Neunter auch bester europäischer Läufer bei der WM in Eugene war, Victor Ruiz (8:16,42) und Sebastian Martos (8:16,46). Der Franzose Mehdi Belhadj ist ebenfalls zu beachten. Frederik Ruppert steigerte sich in dieser Saison enorm auf 8:15,58 und könnte in dieser Form auch vorne dabei sein. Bei der WM war er allerdings im Juli weit weg von einem derartigen Leistungsvermögen. Insofern geht es für ihn ebenso wie für Karl Bebendorf zunächst darum, das Finale zu erreichen - das wird nicht einfach.

Deutsche Starter: Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898), Frederik Ruppert (SC Myhl LA), Niklas Buchholz (LSC Höchstadt/Aisch)

Text: race-news-service.com