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50 Jahre nach einmaliger Rekord-Nacht fällt in Brüssel eine Langstrecken-Weltbestzeit

Sebastian Sawe hat beim Leichtathletik-Meeting in Brüssel zwar den angepeilten Stunden-Weltrekord verpasst, erzielte jedoch mit seiner Durchgangszeit von 41:51,64 Minuten bei 15.000 Metern eine Weltbestzeit über diese Distanz. Damit sorgte der Kenianer für ein würdiges Jubiläum einer besonderen Leichtathletik-Nacht in Brüssel: Vor 50 Jahren hatten drei belgische Langstreckler bei dem Meeting insgesamt fünf Weltrekorde beziehungsweise Weltbestzeiten aufgestellt: Am 20. September 1972 brach Gaston Roelants den Stunden-Weltrekord mit 20.748 Metern und erzielte dabei eine Weltbestzeit über 20.000 m mit 57:44,4 Minuten, Willy Polleunis hatte in diesem Rennen als Führender die 10-Meilen-Marke nach 46:04,2 passiert und Emiel Puttemans lief schließlich über 5.000 m 13:13,0 und hatte dabei den 3-Meilen-Punkt nach 12:47,8 Minuten erreicht.

Jacob Krop wurde in Brüssel zum sechstschnellsten 5.000-m-Läufer aller Zeiten. Foto: Diamond League AG

50 Jahre später schienen am Freitagabend hohe Temperaturen von 27 Grad Celsius den Rekordplänen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch Sebastian Sawe rettete das Rekord-Unternehmen mit einem starken Rennen. Der 27-Jährige gewann das Stundenrennen mit 21.250 Metern. Mit diesem kenianischen Rekord sortiert er sich in der Liste der besten Läufer aller Zeiten über die selten gelaufene Distanz auf Rang vier ein. Weltrekordler bleibt der Brite Mo Farah, der in Brüssel vor zwei Jahren 21.330 Meter erreicht hatte. Sebastian Sawe war aber schnell genug, um Haile Gebrselassie die Weltbestzeit über 15.000 Meter abzunehmen. Der äthiopische Superstar war 2007 in Ostrava 42:18,7 gelaufen, der Kenianer passierte die Marke nun nach 41:51,64 Minuten.

„Es war mein Plan nach rund 35 Minuten die Initiative zu ergreifen, das hat funktioniert. Ich kann sicher noch weiter laufen, vielleicht gibt es im nächsten Jahr wieder eine Gelegenheit für ein Stundenrennen“, sagte Sebastian Sawe, der sich nach 35 Minuten von seinem Landsmann Kibiwott Kandie abgesetzt hatte. Kandie wurde am Ende Zweiter mit 20.940 Metern. Als Dritter folgte Albert Tonui mit 20.171 vor Emmanuel Kipchumba (beide Kenia), der 19.996 erreichte. Platz fünf belegte der Österreicher Andreas Vojta mit 19.635 Metern. Der österreichische Landesrekord steht bei 20.156.

Ein hochklassiges Rennen gab es in Brüssel auch über 5.000 m. Hier gewann der Kenianer Jacob Krop mit einer Jahresweltbestzeit von 12:45,71 Minuten vor Grant Fisher. Der US-Amerikaner lief mit 12:46,96 einen nordamerikanischen Kontinental-Rekord. Platz drei belegte Nicholas Kipkoriri (Kenia) in 12:50,97. Krop wurde in Brüssel zum sechstschnellsten Läufer aller Zeiten über 5.000 m, Fisher sortiert sich in dieser Bestenliste auf Rang zwölf ein.

Weltklassezeiten gab es zudem über 3.000 m Hindernis der Frauen. Hier gewann die erst 18-jährige Kenianerin Jackline Chepkoech in 9:02,43 Minuten vor der favorisierten Winfred Yavi (Bahrain/9:03,44). Platz drei belegte mit etwas Abstand Werkuha Getachew (Äthiopien) in 9:08,03. Deutschlands Hindernis-Shooting-Star Lea Meyer (ASV Köln), die in München bei der EM sensationell die Silbermedaille gewonnen hatte, startete erstmals seit den kontinentalen Titelkämpfen wieder über die Hindernisse. Allerdings lief es in Brüssel nicht für die 24-Jährige. Sie gab das Rennen vorzeitig auf.

Text: race-news-service.com